Ruth Ley wird mit dem Ernst Jung-Preis für Medizin 2018 ausgezeichnet


Tübingen, 4. Mai 2018. Die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung in Hamburg verleiht den Ernst Jung-Preis für Medizin 2018 an Prof. Dr. Ruth Ley, Direktorin des Department of Microbiome Sciene am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, und an Prof. Dr. med. Marco Prinz vom Universitätsklinikum Freiburg. Der Preis ist mit 150 000 Euro dotiert. Prof. Dr. Ruth Ley erhält die Auszeichnung für ihre wegweisenden Arbeiten am intestinalen Mikrobiom sowie zum Zusammenspiel zwischen Ernährung, Organismus und den Darmbakterien. Die Preisverleihung findet am 4. Mai 2018 in Hamburg statt.

 

Der Ernst Jung-Preis für Medizin wurde 1967 von dem Hamburger Kaufmann und Reeder Ernst Jung (1896-1976) gestiftet und wird seit 1976 jährlich vergeben. Ausgezeichnet werden bahnbrechende medizinische Forschungen. Neben dem Forschungspreis vergibt die Jung-Stiftung auch die Ernst Jung-Medaille, mit der das Lebenswerk von Medizinwissenschaftlern ausgezeichnet wird, sowie den Ernst Jung-Karriere-Förder-Preis für medizinische Forschung an erfolgreiche Nachwuchsmediziner.

Bevor Prof. Dr. Ruth Ley im Juli 2016 als Direktorin des Department of Microbiome Science am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie Tübingen wechselte, forschte Ruth Ley an der Cornell University und an der Washington University School of Medicine.

Das Mikrobiom in der medizinischen Praxis berücksichtigen
Hunderte Milliarden Mikroben besiedeln unseren Körper – eine ganz persönliche und individuelle Mikroflora, die sich von unserer Geburt an im Laufe unseres Lebens formt und entwickelt. Lange Zeit war das Mikrobiom des Menschen sowie seine Bedeutung für die menschliche Gesundheit nahezu unerforscht. Erst der Fortschritt molekularbiologischer Methoden und Sequenziertechniken in den vergangenen Jahren ermöglichte tiefgehende Einblicke in die Welt der Mikroorganismen. Seitdem expandiert dieses spannende Forschungsfeld in atemberaubendem Tempo und die Ergebnisse führen nach und nach auch zu einem Umdenken in der medizinischen Praxis. Professor Ruth Ley, Direktorin des Department of Microbiome Science am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen, gehört zu den Vorreiterinnen in der Mikrobiom-Forschung und trug wichtige Erkenntnisse zum heutigen Wissensstand bei: Gemeinsam mit anderen Forschern zeigte sie erstmals, dass die Mikroorganismen im Darm eine maßgebliche Rolle für unsere Gesundheit und unseren Stoffwechsel spielen und eine Fehlbesiedelung unter anderem Übergewicht, Diabetes und chronische Autoimmunerkrankungen mitverursachen kann.

 „Das Mikrobiom des Menschen sollte unbedingt bei der medizinischen Behandlung von Erkrankungen berücksichtigt werden“, so Ruth Ley. „Jedes Mikrobiom ist einzigartig und von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Daher denke ich, dass auch gute medizinische Praxis personalisiert sein und individuell auf den Patienten eingehen sollte“, erklärt sie. „Ziel sollte es sein, Umwelteinflüsse einzubeziehen, denen der Patient im Laufe seines Lebens ausgesetzt war, wie beispielsweise Ernährung und andere Faktoren, die die Mikroflora prägen.“

 

Weitere Informationen:

Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung: www.jung-stiftung.de

Kontakt:
Ruth Ley
E-mail: micro_admin(at)tuebingen.mpg.de


PR-Office
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E-Mail: presse-eb(at)tuebingen.mpg.de

 

Über uns

Das Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, die Heimat der Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard, ist Teil des Max-Planck-Campus Tübingen. der drei weitere Max-Planck-Institute beherbergt: die Max-Planck-Institute für Biologische Kybernetik und Intelligente Systeme sowie das Friedrich-Miescher-Laboratorium. Insgesamt arbeiten und forschen rund 900 Personen auf dem Campus. Die Institute sind Teil der 84 Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. Das Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie betreibt Grundlagenforschung auf den Gebieten der Biochemie Molekularbiologie, Genetik sowie Zell- und Evolutionsbiologie. Es beschäftigt rund 360 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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